Wie können Industrieunternehmen Energie sparen, ohne ihre Produktion zu beeinträchtigen? Im Forschungsprojekt SPARK-TWIN entwickeln drei Unternehmen aus Deutschland und Belgien digitale Zwillinge, die Simulation, Echtzeitdaten und KI verbinden: für effizientere Prozesse und geringere Energiekosten.

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Ziel des Forschungsprojektes ist es, fortschrittliche Methoden zur Energieoptimierung auch für kleine und mittlere Industrieunternehmen in der Euregio Maas-Rhein zugänglich zu machen.
Industrielle Produktionsprozesse sind häufig durch ein komplexes Zusammenspiel von Heiz-, Kühl- und Fertigungsprozessen geprägt. Um Einsparpotenziale zu erkennen, ohne die Produktionssicherheit zu beeinträchtigen, ist ein genaues Verständnis des Anlagenverhaltens unter unterschiedlichen Betriebsbedingungen erforderlich.
Digitale Zwillinge bieten die Möglichkeit, solche Prozesse zu analysieren und zu optimieren. Durch die Verknüpfung von Simulationsmodellen mit realen Betriebsdaten können Unternehmen ihre Anlagen besser verstehen, Ineffizienzen erkennen und alternative Betriebsstrategien untersuchen.
Das Projekt SPARK-TWIN verfolgt das Ziel, diese Technologie auch für kleinere Produktionsunternehmen nutzbar zu machen, die häufig nur über begrenzte personelle und technische Ressourcen verfügen.
Ein digitaler Zwilling ist ein dynamisches, virtuelles Abbild eines realen Systems oder Prozesses. Im Rahmen von SPARK-TWIN werden Simulationsmodelle mit Daten vernetzter Sensoren kombiniert, um die tatsächlichen Betriebszustände der Anlagen zu erfassen und abzubilden.
Künstliche Intelligenz ergänzt die Simulation, indem sie Prognosen unterstützt, Anomalien erkennt und Möglichkeiten für einen energieeffizienteren Anlagenbetrieb identifiziert.
Durch die Kombination von Simulation, Echtzeitüberwachung und KI sollen fundiertere Betriebsentscheidungen ermöglicht und die Prozessregelung verbessert werden.
SPARK-TWIN konzentriert sich auf Anwendungen in der Lebensmittelindustrie. Hier bieten energieintensive Heiz-, Kühl- und Chargenprozesse ein erhebliches Potenzial zur Optimierung.
Die Technologie soll an einem Pilotstandort erprobt werden: eine Produktionslinie des belgischen Lebensmittelherstellers Saveurs du Chef.
Anhand der Demonstrationsanwendung sollen Betriebsdaten gewonnen werden, um Verbesserungen der Prozessregelung, mögliche Energieeinsparungen und die Übertragbarkeit des Ansatzes auf weitere industrielle Anwendungen zu bewerten.
TLK Energy bringt seine Expertise in den Bereichen dynamische Systemsimulation thermischer Systeme und mathematische Optimierung in das Projekt ein.
Bei der Entwicklung des digitalen Zwillings bringen wir unsere Erfahrung in der Modellierung komplexer Systeme mit Modelica und spezialisierten Modellbibliotheken wie zum Beispiel der TIL Suite und der Process Systems Library ein.
Dynamische Simulationsmodelle ermöglichen es, das Verhalten industrieller Prozesse physikalisch fundiert abzubilden, Betriebszustände zu analysieren und energieeffizientere Betriebsstrategien zu untersuchen. Über den offenen Standard Functional Mock-up Interface (FMI) lassen sich die Modelle auch außerhalb der ursprünglichen Modellierungsumgebung nutzen und mit realen Messdaten sowie KI-basierten Methoden verknüpfen.
Darüber hinaus fließen unsere Erfahrungen aus der industriellen Energieberatung ein. Mithilfe von Datenanalysen und Pinch-Analysen sowie bei Bedarf ergänzenden Simulationen identifizieren wir Einsparpotenziale und entwickeln Maßnahmen, um den Energieverbrauch und die Betriebskosten industrieller Anlagen zu senken.
Ein zentrales Ziel von SPARK-TWIN ist die Entwicklung einer modularen Lösung, die sich an unterschiedliche industrielle Prozesse und Produktionsumgebungen anpassen lässt.
Das System wird so konzipiert, dass es durch externe Fachleute implementiert und anschließend möglichst einfach betrieben werden kann. Dadurch sollen auch kleinere Unternehmen von simulationsgestützten und KI-basierten Optimierungsmethoden profitieren können, ohne umfangreiche eigene Simulationskompetenzen aufbauen zu müssen.
Durch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit soll SPARK-TWIN zeigen, wie digitale Zwillinge zu einer effizienteren Produktion, geringeren Betriebskosten und einem nachhaltigeren Betrieb industrieller Anlagen beitragen können.
SPARK-TWIN läuft von Januar 2026 bis Dezember 2027 und vereint drei Projektpartner: TLK Energy GmbH (Deutschland), Boolean (Belgien) und Saveurs du Chef SRL (Belgien).
Das Forschungsprojekt SPARK-TWIN wird im Rahmen der Förderinitiative STIPP des Programms Interreg Maas-Rhein (NL-BE-DE) durch die Europäische Union aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert.
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Weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen SPARK-TWIN-Projektseite.